
Akustik Stellwand Büro: Typen, Materialien und Nachhallzeit im Überblick, dazu Zielwerte, Einsatzszenarien und eine Planungscheckliste für Entscheider:innen.
Am Nachbartisch läuft eine Videokonferenz, hinter der Glaswand wird telefoniert, und der kurze Austausch im Team ist bis zum Fenster zu hören. Die neue Stellwand sieht gut aus, trotzdem fällt konzentriertes Arbeiten schwer. Braucht es eine höhere Wand, mehr Stoffflächen oder eine andere Sitzordnung?
Eine Akustik-Stellwand im Büro hilft vor allem dann, wenn sie zum Raum und zur Tätigkeit passt. Entscheidend ist nicht allein ihr Material, sondern was am Arbeitsplatz ankommt: Wie lange klingt Sprache nach, wie verständlich bleiben fremde Gespräche und welche Schallwege entstehen durch die Möblierung? Daraus lässt sich ableiten, ob eine Stellwand genügt oder weitere Maßnahmen nötig sind.
Eine Akustik-Stellwand ist ein freistehendes oder befestigtes Element, das die Schallübertragung zwischen Arbeitsplätzen verringern und Sichtbeziehungen teilweise unterbrechen kann. Nicht jeder Raumteiler ist allerdings ein wirksamer Absorber. Für die Auswahl zählen Aufbau, Oberfläche und Einbau ebenso wie die Höhe.
Typen von Akustik-Stellwänden mit Höhe, Aufbau und Einsatz
Die Höhen dienen hier als beispielhafte Planungsgrößen, nicht als verbindliche Produktmaße.
| Typ | Aufbau und Material | Einsatz |
|---|---|---|
| Mobile Stellwand auf Rollen | Rahmen mit Filzbezug und Mineralwolle-Kern; beispielhaft 1,20–1,80 m hoch | Meetingnischen, wechselnde Teams |
| Akustik-Raumteiler, fest | Holz- oder Metallrahmen mit absorbierender Platte; beispielhaft 1,60–2,40 m hoch | Feste Zonen, Telefonbereiche |
| Tischtrenner | Stoffbespannung und leichter Kern; beispielhaft 0,35–0,50 m über der Tischplatte | Einzelarbeitsplätze, Sichtschutz |
| Modulares Steck-System | Austauschbare Module mit Filz oder Textil; beispielhaft 1,00–2,00 m hoch | Hybride Büros, häufige Umbauten |
| Raumhohe Akustik-Trennwand im Festeinbau | Gelochte Gipsplatte mit Dämmung dahinter; beispielhaft 2,50–3,00 m hoch | Starke Trennung, Besprechungsräume |
Der niedrige Tischtrenner hilft unmittelbar am Arbeitsplatz. Seine Eignung hängt davon ab, ob er den Sprachweg zwischen den tatsächlich sitzenden Personen unterbricht. Als Sichtschutz kann er funktionieren, ohne akustisch ausreichend abzuschirmen.
Modulare Elemente und mobile Stellwände lassen sich an wechselnde Teams anpassen. Rollen erleichtern das Umstellen, benötigen aber standsichere Füße und zuverlässig feststellbare Bremsen. Feste Raumteiler eignen sich für dauerhaft zugewiesene Bereiche.
Eine raumhohe Trennwand gehört dagegen zur baulichen Raumtrennung. Soll sie Gespräche wirksam zwischen Räumen begrenzen, müssen auch Tür, Anschlüsse und mögliche Schallwege über angrenzende Bauteile berücksichtigt werden. Eine absorbierende Vorderseite allein gewährleistet keine vertraulichen Gespräche.
Alle Höhen sind Orientierungswerte für die Planung. Hersteller verändern Kerndicke, Bespannung und Konstruktion; zusätzlich bestimmen Brandschutz, Reinigung und mechanische Beanspruchung die Auswahl.
Im Büro klingt ein Gespräch anders nach als in einer kleinen Besprechungszone. Nachhallzeit beschreibt, wie lange Schall nach dem Verstummen seiner Quelle im Raum abklingt. Für die Planung solltest du diesen Raumwert, den Geräuschpegel bei der Arbeit und die gewünschte Verständlichkeit getrennt betrachten. Eine Stellwand ist Teil dieses Systems, nicht der Maßstab für sich allein.
Zielwerte für Nachhallzeit und Pegel im Büro
| Bereich | Zielwert | Bezug |
|---|---|---|
| Callcenter, unbesetzter Raum | Max. 0,5 s Nachhallzeit | Je Oktavband von 250 bis 2.000 Hz gemäß der BAuA-Darstellung zur ASR A3.7 |
| Mehrpersonen- und Großraumbüro | Max. 0,6 s Nachhallzeit | Gleicher Frequenzbereich; Prüfung im unbesetzten Raum, siehe BAuA-Darstellung zur ASR A3.7 |
| Ein- und Zweipersonenbüro | Max. 0,8 s Nachhallzeit | Gleicher Frequenzbereich; Prüfung im unbesetzten Raum, siehe BAuA-Darstellung zur ASR A3.7 |
| Tätigkeitskategorie I, konzentriertes Arbeiten | Max. 55 dB(A) Beurteilungspegel | ASR A3.7 zu tätigkeitsbezogenen Pegeln |
| Tätigkeitskategorie II | Max. 70 dB(A) Beurteilungspegel | ASR A3.7 zu tätigkeitsbezogenen Pegeln |
| Grundgeräuschpegel Büro | Soll 40 bis 45 dB(A) nicht überschreiten | ASR A3.7 zu tätigkeitsbezogenen Pegeln |
| Hintergrundgeräusch Zweipersonenbüro | Empfohlener Höchstwert 40 dB(A) | BAuA-Empfehlungen zu Hintergrundgeräuschen und Sprachverständlichkeit |
| Hintergrundgeräusch Großraumbüro | Empfohlener Höchstwert 45 dB(A) | BAuA-Empfehlungen zu Hintergrundgeräuschen und Sprachverständlichkeit |
| Hohe Sprachverständlichkeit bei 2 bis 4 m Gesprächsabstand | Empfohlenes Hintergrundgeräusch 30 bis 40 dB(A) | BAuA-Empfehlungen zu Hintergrundgeräuschen und Sprachverständlichkeit |
| Mittlere Sprachverständlichkeit bei 1 bis 2 m Gesprächsabstand | Empfohlenes Hintergrundgeräusch 45 bis 55 dB(A) | BAuA-Empfehlungen zu Hintergrundgeräuschen und Sprachverständlichkeit |
Beginne mit dem Bürotyp. Die Nachhallwerte werden für jedes Oktavband im Bereich von 250 bis 2.000 Hz geprüft, nicht als ein einziger gemittelter Gesamtwert. Wie bei verschiedenen Tönen einer Saite kann der Raum tiefe Frequenzen länger nachklingen lassen als hohe, auch wenn er insgesamt gedämpft wirkt.
Dann kommt die Tätigkeit ins Spiel. Der Beurteilungspegel erfasst die Geräuschbelastung unter den jeweiligen Arbeitsbedingungen und kann erforderliche Zuschläge berücksichtigen. Ein kurzer Blick auf eine Pegelanzeige bildet diesen Wert daher nicht ab. Für die Planung zählt, welcher Pegel zur konkreten Arbeit passt.
Grund- und Hintergrundgeräusche beschreiben die akustische Umgebung, vor der Sprache hörbar wird. Lüftung, technische Geräte und Geräusche aus angrenzenden Bereichen können dazu beitragen. Die Werte beantworten also unterschiedliche Fragen und sind keine austauschbaren Lautstärkeziele.
Für die Planung: Ein zulässiger Beurteilungspegel ist eine Grenze, keine Empfehlung, den Raum bis dahin auszureizen.
Am Teamtisch soll Sprache gut verständlich sein. Am benachbarten Fokusarbeitsplatz soll das Gespräch möglichst wenig Aufmerksamkeit binden. Deshalb ist hohe Sprachverständlichkeit nicht in jeder Zone das passende Ziel.
Die abstandsbezogenen Empfehlungen setzen Hintergrundgeräusch und gewünschte Gesprächsqualität in Beziehung. Sie beschreiben keine garantierte Wirkung einer Stellwand. Maßgeblich sind vielmehr die Nutzung des Bereichs und der Zustand des Raums.
Für einen Konzentrationsbereich brauchst du daher andere Zielvorgaben als für einen Teamtisch. Maßnahmen zum Nachhall reduzieren sollten ebenfalls auf Nutzung und Raumzustand abgestimmt sein. Erst wenn diese akustischen Ziele feststehen, lässt sich beurteilen, welchen Beitrag eine Stellwand leisten kann.
Eine Stellwand funktioniert ähnlich wie ein Windschutz auf einem Bahnsteig. Direkt dahinter ist der Luftzug schwächer, doch über die Oberkante und um die Seiten gelangt weiterhin Wind. Beim Schall kommt hinzu, dass Decke und andere Raumflächen zusätzliche Übertragungswege bilden.
Eine Wand kann den direkten Sprachweg zwischen sprechender und zuhörender Person unterbrechen. Dafür muss ihre Oberkante über der maßgeblichen Ohr- und Mundhöhe liegen, und sie muss seitlich ausreichend weit reichen. Offene Fugen und große Bodenabstände schwächen die Abschirmung.
Als beispielhafte Planungsannahme kann für sitzende Personen eine Ohrhöhe von etwa 1,10–1,20 m angesetzt werden. Verlässlich ist jedoch die Prüfung mit den vorgesehenen Stühlen, Tischhöhen und Körperhaltungen. Eine für sitzende Beschäftigte passende Wand kann bei Gesprächen im Stehen zu niedrig sein.
Bei der Schallabsorption dringt Schall in eine geeignete poröse Oberfläche ein. Durch Reibung wird ein Teil seiner Energie in Wärme umgewandelt. Das kann den Nachhall verkürzen, sofern Fläche und Materialaufbau zum Raum passen.
Abstand verändert zusätzlich, wie deutlich Sprache am anderen Arbeitsplatz ankommt. In einem reflektierenden Raum fällt dieser Effekt allerdings anders aus als in einer gut bedämpften Umgebung. Deshalb lässt sich aus der Entfernung allein keine sichere Abschirmwirkung ableiten.
Ein hypothetisches Beispiel: Ein Gespräch hinter einer Stellwand in zwei Metern Abstand kann weniger deutlich sein als ein Gespräch über vier Meter ohne Hindernis. Umgekehrt kann die weiter entfernte Stimme über eine harte Decke noch gut verständlich bleiben. Beide Situationen müssen am tatsächlichen Empfangsplatz geprüft werden.
Liegt der Schalldruckpegel der Sprache weniger als 10 dB(A) über dem Pegel des Störgeräuschs, ist sprachliche Kommunikation laut ASR A3.7 nur eingeschränkt möglich. Das beschreibt die Verständigungsbedingungen, nicht eine pauschale Zielvorgabe für jeden Bürobereich.
Eine abschirmende Wand kann den Pegel an einem bestimmten Arbeitsplatz senken, ohne den gesamten Raum entsprechend leiser zu machen. Schall gelangt weiterhin über die Decke, entlang von Glasflächen oder über den Boden zum Empfangsort; eine zusätzlich absorbierende Wand kann zugleich zur Raumdämpfung beitragen.
Eine gute Stellwand unterbricht den passenden Sprachweg, während die übrige Raumplanung die verbleibenden Schallwege begrenzt.
Ein Unternehmen bezieht ein Großraumbüro mit 120 Quadratmetern, 24 Arbeitsplätzen, Hartboden, vielen Glasflächen und zwei Telefonecken. An gemeinsamen Präsenztagen treffen dort Telefonate, Projektarbeit und konzentrierte Aufgaben aufeinander. Die Stellwände werden deshalb nach ihrem Beitrag zu Verständlichkeit, Nachhall und Raumaufteilung ausgewählt, nicht allein nach Material oder Höhe.
Die Meetingnische bietet im Entwurf Platz für zwei bis vier Personen. Eine 1,60 m hohe Abschirmung mit absorbierender Innenseite begrenzt die Ausbreitung der Stimmen. Ein kleines Sichtfenster erhält die Orientierung, ohne viel Absorptionsfläche zu beanspruchen. Die Beteiligten sitzen einander zugewandt und müssen nicht in den offenen Büroraum sprechen. Als messbarer Check gilt: Am nächsten Arbeitsplatz wird geprüft, ob einzelne Worte noch deutlich verständlich sind.
Die Telefonzone erhält eine 1,80 m hohe Wand oder, wenn eine stärkere Abtrennung gebraucht wird, eine geeignete Telefonkabine. Für das Telefonieren zählt neben der Übertragung zur entfernten Person auch, wie stark sich die Stimme im Raum ausbreitet. Prüfe deshalb am benachbarten Arbeitsplatz, ob die Sprache dort noch verständlich ist, und erfasse die Nachhallzeit in der Telefonzone. Als Ziel dient der für den jeweiligen Bereich vorgesehene Wert aus dem Abschnitt zu Nachhallzeit und Pegel. Eine Kabine braucht außerdem passende Belüftung, Zugänglichkeit und Anschlussdetails.
Im Konzentrationsbereich werden beispielhaft 1,20 m hohe Elemente mit einem Deckenabsorber kombiniert. Die Wand unterbricht einen Teil der direkten Schallwege; der Deckenabsorber hilft, Reflexionen im Raum zu verringern. Gemessen wird am tatsächlichen Arbeitsplatz, damit die Lösung nicht nur innerhalb der abgeschirmten Zone funktioniert.
Die Teamzone erhält bewegliche Module mit 1,00–1,20 m Höhe. Sie markieren die Gruppe und lassen Blickkontakt zu. Für längere Diskussionen gibt es die Meetingnische. So müssen niedrige Module nicht mehr leisten, als ihre Geometrie erlaubt.
Übergänge und Flure bleiben weitgehend offen. Eine zusätzliche Wand kann Orientierung und Bewegungsfreiheit verschlechtern. Richte die Möblierung so aus, dass der Durchgangsverkehr nicht direkt durch Gesprächsgruppen führt.
Entwurfsprüfung: Beurteile die Lösung am benachbarten Arbeitsplatz, nicht nur innerhalb der eingerichteten Nische.
Der Gesprächsabstand beeinflusst, welches Hintergrundgeräusch für die gewünschte Verständigung passend ist. Für die Telefonzone zählt zusätzlich, ob die Nachhallzeit zum vorgesehenen Nutzungsbereich passt. Prüfe an einem vollen Arbeitstag, welche Zone am lautesten ist, und miss dort am tatsächlichen Empfangsplatz. So verbindest du die Stellwand mit dem Raumklang und der Nutzung, statt sie isoliert zu beurteilen.
Ein Belegungsplan zeigt mehr als die Position von Schreibtischen: Er hält fest, wer wann anwesend ist und welche Aufgaben an den Plätzen stattfinden. So werden störende Nachbarschaften sichtbar, etwa wenn Gespräche aus einer Abstimmungszone direkt auf konzentrierte Einzelarbeit treffen.
Die DGUV-Hinweise zur akustischen Bürogestaltung beziehen neben Abschirmungen auch Raumabmessungen und Bewegungsflächen ein. Stellwände sollten deshalb im Zusammenspiel mit Nutzung, Orientierung und Raumaufteilung geplant werden.

Niedrige Elemente erhalten Orientierung. Zwischen Teams, die zusammenarbeiten, kann eine räumliche Markierung genügen, ohne den Blickkontakt vollständig zu unterbrechen. Wähle die Höhe so, dass gewünschte Sichtbeziehungen in der üblichen Arbeitshaltung bestehen bleiben.
Höhere Abschirmungen gehören an störintensive Übergänge. Besonders wichtig ist die Grenze zwischen einer kommunikativen Zone und ruhiger Einzelarbeit. Richte die Barriere an der Lage von Schallquelle und Empfangsort aus, nicht an einem symmetrischen Möblierungsraster.
Absorbierende Flächen sollten nahe an der Sprachquelle liegen. Eine geeignete Innenseite an der Gesprächszone kann frühe Reflexionen reduzieren. Eine weit entfernte Stofffläche an der gegenüberliegenden Raumkante wirkt darauf nicht in gleicher Weise.
Vergleiche zwei Tischgruppen im Grundriss: Ein niedriges Modul lässt Blickkontakt und spontane Rückfragen zu. Eine raumhohe Wand schirmt stärker ab, kann aber Tageslicht und Sichtachsen unterbrechen und Wege verändern. Entscheidend ist, ob diese Einschränkungen zur Nutzung der Zone passen.
Bei wechselnder Belegung muss die Abschirmung zur tatsächlichen Sitzordnung passen. Werden Telefonierende umgestellt und sitzen dann auf derselben Seite wie die Fokusarbeitsplätze, kann ein zuvor sinnvoller Raumteiler seine Wirkung verfehlen.
Wer einen Raum neu gestalten möchte, kann einen Belegungsplan mit Präsenzmustern und Tätigkeiten pro Stunde nutzen, um kritische Nachbarschaften zu erkennen. Zeichne darin die Sprachwege ein und prüfe, ob die geplante Barriere am Empfangsort abschirmt. So wird die Stellwand Teil der Raumlösung und nicht bloß ein Möbelstück, dessen Wirkung sich allein am Material beurteilen lässt.
Eine zusätzliche Wand löst nicht automatisch ein Lärmproblem. Wenn der Raum lange nachklingt, kann auch eine gut platzierte Barriere nur einen Teil der Störung begrenzen. Die DGUV-Hinweise zum Arbeitsplatzlärm empfehlen deshalb die Kombination aus Abschirmung und einer Verringerung von Schallreflexionen an Decken, Wänden und Fenstern.
Bei einem Raum mit Hartboden, glatten Wänden und großen Glasflächen lohnt sich zuerst eine Diagnose. Entscheidend ist, ob Sprache hauptsächlich direkt vom Nachbarplatz ankommt oder ob sie über mehrere Flächen im Raum verteilt wird. Beide Situationen können ähnlich störend wirken, verlangen aber unterschiedliche erste Maßnahmen.
Symptome, Ursachen und Maßnahmen bei Stellwänden
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Gespräche vom Nachbarplatz stören trotz Stellwand | Wand zu niedrig oder mit Lücken; Schall läuft über den Rand | Höhe erhöhen, Lücken schließen oder Abstand vergrößern |
| Raum klingt hallig, Sprache verwischt | Hohe Nachhallzeit durch harte Flächen | Deckenabsorber, Teppich oder Wandabsorber ergänzen |
| Störgeräusche von Glasflächen oder Fenstern | Reflexionen an glatten Flächen | Geeignete akustische Vorhänge oder absorbierende Paneele an Glasfronten prüfen |
| Telefonate stören das Team | Telefonzone zu nah an Sitzplätzen; keine ausreichende Sprachabschirmung | Telefonzone mit höherer Wand oder Kabine abtrennen |
| Stellwand isoliert Menschen zu stark | Geschlossene Module über Augenhöhe | Niedrigere Module oder Module mit Sichtfenstern einsetzen |
| Gleiche Wand funktioniert nur bei Teilbelegung | Belegung und Zonen passen nicht mehr zusammen | Belegungsplan prüfen und Module umstellen |
Die Tabelle liefert Arbeitshypothesen, keine fertige Ferndiagnose. Vor einem größeren Kauf lässt sich eine vermutete Schwachstelle häufig mit einem Musterelement oder einer vorübergehenden Umstellung prüfen. Dabei sollten Quelle und Empfangsplatz unverändert bleiben, damit der Vergleich aussagekräftig ist.
Ein Teppich kann beispielsweise Trittschall und bestimmte Reflexionen mindern, ersetzt aber nicht zwangsläufig eine ausreichend dimensionierte Deckenabsorption. Ebenso absorbiert ein dünner Dekovorhang anders als ein dafür ausgelegter Akustikvorhang. Bei Paneelen vor Glas müssen Befestigung, Bedienbarkeit und Tageslicht mitgeprüft werden.
Auch organisatorische Maßnahmen können die passende Ergänzung sein. Längere Videokonferenzen in einem Rückzugsraum zu führen kann sinnvoller sein, als jeden Arbeitsplatz immer höher einzufassen. Dafür müssen Rückzugsräume verfügbar und im Arbeitsalltag unkompliziert nutzbar sein.
Eine tragfähige Planung der Akustik im Büro verbindet deshalb bauliche Maßnahmen mit einer passenden Nutzung. Bleibt die Störung trotz Umstellung nahezu gleich, spricht das für eine genauere Untersuchung der Raumwirkung.
Die entscheidende Frage lautet: Kommt die Störung überwiegend über den direkten Sprachweg oder über den nachklingenden Raum? Davon hängt ab, ob zuerst Sitzplätze und Abschirmung verändert oder zusätzliche Absorptionsflächen geplant werden.
Eine Kaufentscheidung wird belastbar, wenn Ausgangslage, Ziel und Prüfmethode vorab feststehen. Dafür genügt zunächst ein Grundriss mit einem kurzen Prüfblatt je Zone, statt einer umfangreichen Produktliste.

Zonen und Belegung festlegen. Für jeden Bereich werden Tätigkeit, passende Tätigkeitskategorie und gleichzeitig anwesende Personen dokumentiert. Regelmäßige Videokonferenzen und Gespräche im Stehen gehören ausdrücklich dazu.
Akustische Ziele eintragen. Bürotyp und Tätigkeit bestimmen die angestrebte Nachhallzeit sowie den zulässigen Beurteilungspegel. Zusätzlich wird festgehalten, wo Gespräche verständlich sein sollen und wo nicht.
Den Ausgangszustand prüfen. Die Nachhallzeit wird gemessen oder anhand von Raumvolumen, Flächen und Materialeigenschaften fundiert geschätzt; harte Oberflächen werden im Plan markiert. Ein Schallpegelmessgerät erfasst den Pegel am Arbeitsplatz, während Wortlisten einen orientierenden Vergleich der Sprachverständlichkeit ermöglichen.
Den Wandtyp auswählen. Bauart, Höhe und seitliche Ausdehnung richten sich nach Gesprächsabstand, Sitzposition und gewünschter Trennung. Ein Musterelement hilft zu prüfen, ob die geplante Geometrie tatsächlich passt.
Zusätzliche Absorption beurteilen. Vor dem Kauf weiterer Stellwände werden Decke, Boden, Wände und Glasflächen auf sinnvolle Ergänzungen geprüft. Für die Dimensionierung und den belastbaren Nachweis hilft eine raumweite Akustikplanung.
Die Platzierung abstimmen. Sichtachsen, Tageslicht, Zugänglichkeit, Bewegungsflächen und Fluchtwege werden im möblierten Grundriss kontrolliert. Eine herstellerunabhängige Möbelberatung kann geeignete Konstruktionen vergleichen, ohne die Planung auf ein bestimmtes Sortiment festzulegen.
Vorher und nachher vergleichen. Nach der Installation werden Nachhallzeit, Sprachverständlichkeit mit denselben Wortlisten und Arbeitsplatzpegel mit dem Schallpegelmessgerät unter vergleichbaren Bedingungen geprüft. Als praktischer Prüfzeitpunkt bietet sich ergänzend eine kurze Befragung zur empfundenen Störung nach vier bis sechs Wochen an; dieser Zeitraum ist eine Planungsentscheidung, keine Normvorgabe.
Veränderungen einplanen. Bei neuen Teams oder geänderter Belegung werden Sitzordnung und Module erneut geprüft. Zuständigkeit, Prüfanlass und mögliche Umstellungen sollten bereits bei der Übergabe feststehen.
Wortlistenvergleiche im Betrieb sind nützliche Orientierungshilfen, ersetzen aber keine normgerechte fachliche Messung. Auch ein einzelner Pegelmesswert belegt noch nicht die Einhaltung eines tätigkeitsbezogenen Beurteilungspegels.
Die Entscheidung für diese Woche lautet daher: Welche besonders störende Zone wird zuerst untersucht, und wer dokumentiert dort Ausgangszustand und Ziel? Mit dieser Grundlage lässt sich gezielt zwischen Umstellen, zusätzlicher Absorption und einer neuen Stellwand entscheiden.
Schumm & Rösch unterstützt dich mit Belegungsplanung, raumweiter Akustik- und Layoutplanung sowie herstellerunabhängiger Möbelberatung. So lässt sich klären, welche Stellwand zu deinen Arbeitsbereichen passt und wo ergänzende Maßnahmen nötig sind. Besuche Schumm & Rösch, um die Planung deiner Bürofläche gemeinsam anzugehen.