Moderne Bürokonzepte Grundriss: 8 Layouts für 2026
2026-10-31T08:13:22.957Z
31.10.2026

Moderne Bürokonzepte Grundriss: 8 Layouts für 2026

Moderne Bürokonzepte Grundriss im Vergleich: 8 Layouts mit Flächenbedarf, Mobiliar und Umsetzungstipps für Open Space, Zonen, Pods und Desk-Sharing.

Dein Team zieht ins neue Großraumbüro ein. Die Möbel passen zum Unternehmensauftritt, die Wege sind kurz, und endlich sitzen alle zusammen. Doch schon nach kurzer Zeit weichen Mitarbeitende für konzentrierte Aufgaben ins Homeoffice aus, während sich vor den Besprechungsräumen die nächsten Videokonferenzen stauen.

Wenn der Grundriss die Arbeitsweise bestimmt, helfen zusätzliche Pflanzen und schicke Sessel allein nicht weiter. Häufig fehlt eine räumliche Trennung zwischen Austausch, Telefonaten und konzentrierter Arbeit. Dann wird aus der gewünschten Zusammenarbeit eine dauernde Unterbrechung.

Für moderne Bürokonzepte ist der Grundriss deshalb mehr als die Verteilung von Schreibtischen. Er muss zu den Tätigkeiten, zur Teamstruktur und zum Gebäude passen. Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen theoretisch hineinpassen, sondern ob sie ihre Aufgaben dort gleichzeitig erledigen können.

Planungsgrundsatz: Spare nicht die Rückzugsfläche weg, die dein Team braucht, damit die offene Arbeitsfläche funktioniert.

Die folgenden Layouts unterscheiden sich nicht nur optisch. Bei jedem zählen Flächenbedarf pro Person, passende Möbel und Umsetzungsaufwand. Dabei beziehen sich Arbeitsplatzrichtwerte nicht automatisch auf die gesamte Mietfläche einschließlich Küche, Sanitärbereichen und allen gemeinschaftlichen Angeboten.

Auch die Begriffe liegen auf unterschiedlichen Ebenen: Ein Kern-Schale-Grundriss beschreibt die Gebäudestruktur, während Activity-Based Working die Nutzung organisiert. Du kannst solche Ansätze kombinieren. Wichtig ist, dass daraus eine nachvollziehbare Arbeitsumgebung entsteht und keine Sammlung beliebiger Einrichtungsideen.

Inhaltsverzeichnis

  • Die acht Grundrisse im Überblick
  • 1. Activity-Based Working (ABW) Grundriss

    Im Activity-Based Working wählst du den Arbeitsplatz passend zur Aufgabe. Für konzentriertes Schreiben gibt's einen ruhigen Bereich, für die Projektabstimmung einen Teamtisch und für vertrauliche Gespräche einen geschlossenen Raum. Persönlich zugewiesene Schreibtische sind im konsequenten ABW-Modell nicht vorgesehen.

    Das passt zu wechselnden Tätigkeiten und projektübergreifender Zusammenarbeit. Ein Beratungsteam könnte morgens gemeinsam Unterlagen entwickeln, anschließend einzeln Analysen bearbeiten und später Kundengespräche führen. Wer dagegen dauerhaft spezielle Arbeitsmittel benötigt, braucht eine entsprechend ausgestattete Basis statt täglicher Platzsuche.

    Vergleich zwischen einem klassischen Büro mit festen Arbeitsplätzen und einem modernen, flexiblen Activity-Based Working Konzept.

    Flächenbedarf und Ausstattung

    Die ASR A1.2 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nennt als Richtwerte einschließlich Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen 8 bis 10 m² je Arbeitsplatz für Zellenbüros und 12 bis 15 m² für Großraumbüros. Für ABW entsteht daraus keine pauschale Gesamtquote, weil zusätzlich der konkrete Mix aus Arbeits-, Besprechungs- und Rückzugsangeboten zählt.

    • Fokuszonen: Ergonomische Schreibtische, geeignete Arbeitsstühle und wirksame akustische Abschirmung.
    • Zusammenarbeit: Bewegliche Projekttische, beschreibbare Flächen und zugängliche Präsentationstechnik.
    • Persönliche Ausstattung: Schließfächer und einheitliche Anschlüsse, damit der Ortswechsel unkompliziert bleibt.

    Der Umsetzungsaufwand ist hoch, wenn bislang feste Plätze und wenige Raumtypen vorhanden sind. Neben dem Ausbau musst du Nutzungsregeln, Technik und persönliche Gewohnheiten verändern. Ein Sofa ersetzt dabei weder einen vollwertigen Bildschirmarbeitsplatz noch einen akustisch geschützten Gesprächsraum.

    Bevor du einen Belegungsplan erstellst, erfasse Tätigkeiten und gleichzeitige Raumbedarfe in Workshops. Teste die geplanten Zonen zunächst auf einer Pilotfläche. Fehlen dort regelmäßig ruhige Plätze, solltest du die Verteilung ändern, statt das Team zu mehr Flexibilität aufzufordern.

    2. Clusterkonzept mit Team-Nachbarschaften

    Ein Entwicklungsteam arbeitet eng zusammen, braucht aber nicht ständig Kontakt zur gesamten Belegschaft. Hier ist eine Team-Nachbarschaft sinnvoll: Arbeitsplätze, Projektmaterial und eine kleine Besprechungszone liegen beieinander. Küche, größere Konferenzräume und Lounge werden mit anderen Teams geteilt.

    Anders als beim vollständig freien Arbeitsplatzwechsel behält jede Gruppe einen erkennbaren Anlaufpunkt. Innerhalb des Clusters kannst du feste und wechselnd belegte Plätze kombinieren. Das erleichtert die Orientierung, ohne die gesamte Fläche in abgeschlossene Abteilungsbüros zu unterteilen.

    Nähe ermöglichen, Störungen begrenzen

    Der Flächenbedarf pro Person hängt vor allem vom Abschirmungsgrad ab. Ein offenes Cluster benötigt neben den Schreibtischen ausreichend Raum für Bewegung, akustische Trennung und Rückzug. Eine kleine Besprechungsinsel mitten zwischen den Arbeitsplätzen ist zwar platzsparend, kann aber alle umliegenden Beschäftigten stören.

    Die DGUV-Fachinformationen zur Akustik in Mehrpersonenbüros verweisen für Mehrpersonen- und Großraumbüros auf die ASR A3.7 und beschreiben die systematische Messung und Bewertung der Raumakustik. Für dein Cluster bedeutet das: Trenne Gesprächsbedarf räumlich, statt ausschließlich auf Tischaufsätze zu setzen.

    • Mobiliar: Zusammenhängende Tischgruppen, persönlicher Stauraum und eine gut erreichbare Projektwand.
    • Wachstumsreserve: Halte angrenzende Flächen umnutzbar, statt freie Stellen sofort mit zusätzlichen Schreibtischen zu belegen.
    • Gemeinschaftsbereiche: Ordne sie an gemeinsamen Wegen an, aber nicht so, dass alle durch die Fokusplätze laufen.

    Der Umsetzungsaufwand ist mittel, wenn die vorhandene Fläche bereits zusammenhängende Teambereiche zulässt. Aufwendiger wird's, sobald geschlossene Rückzugsräume, zusätzliche Stromanschlüsse oder neue Lüftungsbedingungen nötig sind.

    Der Zielkonflikt liegt zwischen Zugehörigkeit und Abschottung. Gib Teams eine erkennbare Heimat, aber vermeide eigene Küchen und Besprechungsräume für jede Gruppe. Sonst beanspruchen doppelte Angebote zusätzliche Fläche, während bereichsübergreifende Begegnungen ausbleiben.

    3. Hub-and-Spoke-Grundriss mit zentralem Kern

    Beim Hub-and-Spoke-Grundriss bildet ein gemeinschaftlich genutzter Mittelpunkt den Treffpunkt der Etage. Von dort führen Wege zu den Arbeitsbereichen. Der zentrale Hub ist dabei ein sozialer Ort, nicht zwingend der bauliche Erschließungskern mit Treppenhaus und Technik.

    Das Layout passt zu Unternehmen mit vielen Schnittstellen. In einem wachsenden Softwareunternehmen könnten Produktentwicklung, Vertrieb und Kundenbetreuung eigene Arbeitsbereiche nutzen und sich im gemeinsamen Café begegnen. Für spontane Abstimmungen ist das praktisch, solange niemand für den Weg zur Kaffeemaschine durch eine Ruhezone muss.

    Ein modernes, offenes Büro mit gemütlicher Lounge, einer Kaffeebar und Blick auf die Skyline durch große Fenster.

    Den Mittelpunkt vielseitig, aber nicht beliebig planen

    Beim Flächenbedarf pro Person kommt der Hub anteilig zur Arbeitsplatzfläche hinzu. Wirtschaftlich sinnvoll wird er, wenn dieselbe Fläche tatsächlich für Pausen, informelle Treffen und interne Veranstaltungen funktioniert. Dafür braucht's Stauraum für mobile Möbel und eine Anordnung, die unterschiedliche Nutzungen zulässt.

    Zur Ausstattung gehören stabile Cafétische, unterschiedlich hohe Sitzangebote, mobile Präsentationsflächen und leicht bedienbare Medientechnik. Bequeme Loungesessel ergänzen das Angebot, ersetzen aber keine geeigneten Tische für längere Arbeitsphasen.

    Begegnung braucht einen gut erreichbaren Ort. Konzentration braucht die Möglichkeit, diesen Ort hinter sich zu lassen.

    Die akustische Planung darf nicht an der Möbelkante enden: Das Deutsche Architektenblatt zu Raumakustik im Büro nennt für die Raumakustikklasse B nach VDI 2569 eine Nachhallzeit von höchstens 0,8 Sekunden. Ob und welche Anforderungen im konkreten Bereich gelten, muss die Fachplanung anhand der Nutzung klären.

    Der Umsetzungsaufwand ist mittel bis hoch. Eine neue Küche, Veranstaltungsnutzung und zusätzliche technische Anschlüsse greifen stärker in den Bestand ein als eine reine Lounge. Plane den Hub deshalb dort, wo Wege ohnehin zusammenlaufen und die angrenzenden Arbeitsbereiche wirksam geschützt werden können.

    4. Kern-Schale-Grundriss mit Erschließungskern

    Beim Kern-Schale-Prinzip liegen Treppenhaus, Aufzüge, Sanitär- und Technikbereiche im inneren Gebäudekern. Die nutzbaren Büroflächen befinden sich darum herum, häufig entlang der Fassade. Anders als bei einem Nutzungskonzept sind damit wesentliche räumliche Bedingungen bereits vorgegeben.

    Das passt zu Teams, die eine klare Mischung aus offenen Bereichen und geschlossenen Räumen benötigen. Eine mittelständische Verwaltung könnte beispielsweise Teamflächen an der Fassade und ergänzende Besprechungsräume in geeigneten Zwischenbereichen anordnen. Ob das funktioniert, hängt von Gebäudetiefe, Fensterachsen und vorhandener Technik ab.

    Tageslicht vor Raumhierarchie

    Für die Arbeitsplatzanordnung empfiehlt die VBG zum Büroarbeitsplatz seitlichen Lichteinfall und nennt für das Beleuchtungsniveau am Arbeitsplatz einen Mindestwert von 500 Lux. Tageslicht, Blendung und Sichtverbindung nach außen gehören deshalb schon in die Grundrissprüfung, nicht erst in die spätere Leuchtenauswahl.

    Vergib die besten Fassadenbereiche nicht automatisch an selten genutzte Einzelbüros. Prüfe stattdessen, wo Menschen regelmäßig und länger arbeiten. Innenliegende Bereiche eignen sich eher für passende Nebenfunktionen oder zeitweise genutzte Räume, sofern deren Anforderungen erfüllt werden.

    • Flächenbedarf pro Person: Entscheidend ist, wie gut die nutzbare Schale möblierbar bleibt und wie viel zusätzliche Erschließungsfläche entsteht.
    • Mobiliar: Modulare Tischsysteme und versetzbare Stauraumelemente erleichtern spätere Änderungen entlang des Fassadenrasters.
    • Trennwände: Glas kann Sichtbeziehungen erhalten und Licht weiterführen, ersetzt aber keine Prüfung der tatsächlichen Belichtung.

    Der Umsetzungsaufwand ist im passenden Gebäude überschaubar, bei Eingriffen in den Kern dagegen hoch. Sanitäranschlüsse, Versorgungsschächte und technische Anlagen lassen sich nicht wie Möbel verschieben.

    Besonders kritisch sind schmale Restflächen zwischen Kern und Fassade. Zeichne dort nicht nur Tischplatten ein, sondern auch Stuhlnutzung, Türbewegungen und Laufwege. Eine rechnerisch belegbare Stelle kann im Alltag trotzdem ungeeignet sein.

    5. Flex-Office mit Shared-Desk-Konzept

    Wenn dein Team nicht gleichzeitig im Büro arbeitet, können gemeinsam genutzte Arbeitsplätze sinnvoll sein. Im Flex-Office reservieren Mitarbeitende einen passenden Platz oder nutzen klar definierte Belegungsregeln. Anders als beim ABW steht zunächst die gemeinsame Nutzung der Schreibtische im Mittelpunkt, nicht zwingend der Wechsel zwischen vielen Tätigkeitszonen.

    Ein mögliches Einsatzfeld ist ein Dienstleistungsunternehmen mit regelmäßigem mobilem Arbeiten und gemeinsamen Präsenztagen. Der kritische Moment ist nicht der ruhige Freitag, sondern der Tag, an dem mehrere Teams gleichzeitig zusammenkommen. Genau dafür muss das Platzangebot ausreichen.

    Mit Spitzenbelegung statt Durchschnitt planen

    Der Flächenbedarf je bereitgestelltem Arbeitsplatz bleibt durch Desk Sharing unverändert anspruchsvoll. Weniger persönliche Schreibtische rechtfertigen weder engere Bewegungsflächen noch fehlende Rückzugsräume. Einsparungen entstehen nur, wenn du tatsächlich weniger Plätze benötigst und die übrigen Funktionen ausreichend dimensioniert bleiben.

    Der Büromarktbericht von BNP Paribas Real Estate zum zweiten Quartal 2025 weist in den wichtigsten deutschen Bürozentren rund 8,3 Mio. m² kurzfristig verfügbare Bürofläche aus. Ein großes Angebot ersetzt jedoch keine Nutzungsprüfung: Eine kleinere Mietfläche ist nur dann sinnvoll, wenn dein Team dort auch an gut besuchten Tagen arbeiten kann.

    • Ausstattung: Einheitliche Monitoranschlüsse, leicht einstellbare Arbeitsstühle und höhenverstellbare Tische.
    • Organisation: Persönliche Schließfächer, verständliche Buchungskategorien und Regeln für nicht genutzte Reservierungen.
    • Sonderbedarf: Geeignete Plätze für individuelle ergonomische Anforderungen und spezielle Arbeitsmittel.

    Der Umsetzungsaufwand ist gering bis mittel, wenn vorhandene Arbeitsplätze technisch vereinheitlicht werden können. Der organisatorische Aufwand kann trotzdem erheblich sein, etwa bei unterschiedlichen Anwesenheitsregeln oder fehlender Buchungsdisziplin.

    Ein tragfähiges Desk-Sharing-Konzept berücksichtigt deshalb reale Anwesenheit, gemeinsame Teamtage und die benötigten Platzarten. Reduziere nicht zuerst die Schreibtischzahl und suche anschließend nach Regeln, mit denen das Team zurechtkommen soll.

    6. Lichthof- und Atriumgrundriss

    Ein Atrium schafft Sichtbeziehungen über mehrere Gebäudebereiche und kann die Orientierung erleichtern. Umlaufende Wege verbinden die Arbeitszonen, während im Innenhof eine Lounge oder ein gemeinsamer Treffpunkt liegt. Der Lichthof ist aber zunächst eine Gebäudeeigenschaft, kein frei austauschbares Einrichtungselement.

    Das Layout eignet sich beispielsweise für eine größere Unternehmenszentrale mit regelmäßigem Besucherverkehr. Gäste finden einen klaren Ankunftsort, und Beschäftigte können sich außerhalb ihrer Teamflächen treffen. Für ein kleines Unternehmen ist ein repräsentatives Atrium dagegen nicht automatisch die wirtschaftlich passende Wahl.

    Ein moderner, lichtdurchfluteter Büro-Innenbereich mit hohen Decken, vielen Zimmerpflanzen, gemütlicher Sitzgruppe und großem Glasdach in hellem Design.

    Großzügigkeit realistisch bewerten

    Der Flächenbedarf pro Person lässt sich hier nicht allein aus den Schreibtischen ableiten. Prüfe, welche Atrium-, Galerie- und Verkehrsflächen zur Mietfläche zählen und welche davon tatsächlich nutzbar sind. Sichtbare Großzügigkeit ist nicht dasselbe wie verfügbare Arbeitsfläche.

    Für die Möblierung eignen sich klar begrenzte Sitzgruppen, stabile Beistelltische und mobile Ausstattung für zeitweise Veranstaltungen. Halte Durchgänge frei und stimme Möblierungszonen mit dem Brandschutzkonzept ab. Arbeitsplätze für längere Tätigkeiten gehören nicht ungeprüft in offene Durchgangsbereiche.

    Vor der Möbelauswahl: Kläre, wie Schall, Sonneneinstrahlung und Luftführung im Atrium wirken. Ein offener Innenhof lässt sich nicht nachträglich wie ein kleiner Besprechungsraum behandeln.

    Der Umsetzungsaufwand ist im bestehenden Atrium mittel, bei baulicher Neuschaffung sehr hoch. Dachkonstruktion, Entrauchung, Reinigung und sommerlicher Wärmeschutz gehören in eine gemeinsame technische Betrachtung.

    Ein Praxisprojekt des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zu leistungsfähigen Arbeitsumgebungen verband Nutzerworkshops, akustische und thermische Simulationen sowie Messungen und Beschäftigtenbefragungen. Diese Vorgehensweise ist für komplexe Raumzusammenhänge besonders hilfreich: Prüfe nicht nur, ob das Atrium gut aussieht, sondern ob die angrenzenden Arbeitsbereiche unter realen Nutzungsbedingungen funktionieren.

    7. Ringflur-Grundriss mit Begegnungszonen

    Ein umlaufender Flur kann mehrere Arbeitsbereiche verbinden, ohne dass jeder Weg durch die Büros führt. Entlang des Rings liegen Teamräume, Fokusbereiche und gemeinsame Angebote. Das ist im Bestand interessant, wenn die vorhandene Erschließung bereits eine solche Verbindung zulässt.

    Angenommen, eine wachsende Verwaltung übernimmt eine Etage mit vielen geschlossenen Räumen. Statt sämtliche Wände zu entfernen, könnte sie geeignete Räume zusammenlegen und an ausgewählten Stellen Besprechungsnischen ergänzen. So bleiben ruhige Arbeitsbereiche erhalten, während gemeinsame Anlaufpunkte entstehen.

    Begegnung braucht Platz außerhalb des Laufwegs

    Der Ring ist nicht automatisch flächeneffizient. Beim Flächenbedarf pro Person schlägt der Verkehrsflächenanteil direkt zu Buche, besonders wenn breite Flure entstehen, die kaum anderweitig nutzbar sind. Zusätzliche Sitzgelegenheiten dürfen die erforderlichen Wege nicht verengen.

    Die Planungshinweise der Universität Heidelberg zu Raumabmessungen und Bewegungsflächen verweisen auf grundsätzlich mindestens 1,5 m² freie Bewegungsfläche am Arbeitsplatz nach ASR A1.2. Verkehrswege und die Funktionsflächen von Möbeln müssen zusätzlich funktionieren, weshalb ein Tisch im Flur nicht schon durch seine Aufstellbarkeit zum geeigneten Arbeitsplatz wird.

    • Nischen statt Hindernisse: Setze Sitzbänke und kleine Gesprächstische in räumliche Aufweitungen.
    • Gezielte Anlaufpunkte: Platziere Drucker und Teeküchen dort, wo Gespräche angrenzende Arbeitsräume möglichst wenig stören.
    • Klare Orientierung: Nutze verständliche Raumkennzeichnungen, Kontraste und Sichtbeziehungen statt rein dekorativer Farbcodes.

    Ein durchdachtes Breakout-Area-Design hilft, Begegnungsorte vom notwendigen Durchgang zu unterscheiden. Für vertrauliche Gespräche braucht's trotzdem geschlossene Räume.

    Der Umsetzungsaufwand ist gering bis mittel, wenn Türen, Wände und Flurführung weitgehend bestehen bleiben. Er steigt, sobald Brandschutzabschnitte, Fluchtwege oder technische Anlagen betroffen sind. Prüfe außerdem, ob der Ring tatsächlich Wege verkürzt oder lediglich eine zusätzliche Route ohne erkennbaren Nutzen schafft.

    8. Multi-Space-Grundriss mit Themen-Zonen

    Eine ruhige Bibliothekszone, ein Projektatelier und ein gemeinsamer Cafébereich können unterschiedliche Arbeitsweisen räumlich verständlich machen. Beim Multi-Space-Grundriss unterscheiden sich Bereiche in Funktion und Atmosphäre. Der Nutzen entsteht durch passende Arbeitsbedingungen, nicht durch wechselnde Dekoration.

    Für eine Kreativagentur könnte das bedeuten: Materialmuster und große Arbeitstische im Atelier, abgeschirmte Bildschirmplätze für die Ausarbeitung und ein separater Bereich für Präsentationen. Auch ein mittelständisches Unternehmen kann solche Zonen nutzen, ohne daraus eine inszenierte Erlebniswelt zu machen.

    Ein helles, offenes Büro mit Holzregalen, bequemen Sesseln, einem großen Konferenztisch und modernem, gemütlichem Innendesign.

    Jede Zone braucht eine überprüfbare Aufgabe

    Beim Flächenbedarf pro Person zählt die tatsächliche Nutzbarkeit jeder Zone. Eine Lounge ist keine vollwertige Arbeitsplatzreserve, wenn Tischhöhe, Beleuchtung oder akustische Bedingungen dafür ungeeignet sind. Berechne Arbeitsplätze, Projektflächen und informelle Angebote deshalb getrennt.

    Die über Fraunhofer Publica zugängliche DGUV-Publikation zur Büroraumplanung nennt für die Tischfläche eines Büroarbeitsplatzes mindestens 1.600 × 800 mm. Ein kleiner Cafétisch erfüllt also nicht automatisch dieselbe Funktion wie ein ausgestatteter Bildschirmarbeitsplatz.

    Für die Möbelwahl gilt eine klare Reihenfolge:

    • Tätigkeit festlegen: Was soll hier möglich sein, und was ausdrücklich nicht?
    • Ausstattung ableiten: Arbeitstische, Projektstauraum, beschreibbare Flächen oder geeignete Rückzugsmöbel auswählen.
    • Atmosphäre ergänzen: Farben und Materialien an Funktion und Unternehmensidentität ausrichten.

    Der Umsetzungsaufwand ist mittel bis hoch, abhängig vom Anteil maßgefertigter Einbauten und technischer Sonderlösungen. Modulare Möbel und austauschbare Gestaltungselemente halten spätere Anpassungen einfacher.

    Vermeide starre Themenwelten, deren Gestaltung nur zu einer momentanen Kampagne passt. Eine als Bibliothek bezeichnete Zone muss vor allem Ruhe bieten; Bücherregale allein reichen dafür nicht. Wenn Mitarbeitende regelmäßig in andere Bereiche ausweichen, prüfe zuerst Akustik, Ausstattung und Regeln, bevor du das Gestaltungskonzept weiter ausbaust.

    Die acht Grundrisse im Überblick

    GrundrissKernprinzipHauptvorteilHauptnachteil
    Activity-Based-Working-GrundrissTätigkeitsbezogene Zonen statt fester ArbeitsplätzePassende Arbeitsumgebung und effiziente FlächennutzungAufwendige Einführung; mögliche Lärmprobleme
    Clusterkonzept mit Team-NachbarschaftenTeams gruppieren sich um gemeinsame GemeinschaftsbereicheStärkt Teamgefühl und erleichtert KommunikationKann abgeschottete Silos fördern
    Hub-and-Spoke-Grundriss mit zentralem KernArbeitsbereiche gruppieren sich um einen zentralen BegegnungsbereichFördert Austausch und zufällige BegegnungenGemeinschaftsbereich kann laut und flächenintensiv sein
    Kern-Schale-Grundriss mit ErschließungskernVersorgung und Technik im Kern, Arbeitsplätze an der FassadeGute Belichtung und flexibel nutzbare ArbeitsflächenUmbauten am Kern sind aufwendig
    Flex-Office mit geteilten ArbeitsplätzenMitarbeitende buchen gemeinsam genutzte ArbeitsplätzeGeringerer Flächenbedarf bei schwankender AnwesenheitBuchungsprobleme und fehlende Bindung an einen Platz
    Lichthof- und AtriumgrundrissBüroflächen gruppieren sich um einen überdachten InnenhofViel Tageslicht und hohe AufenthaltsqualitätHohe Baukosten und technische Komplexität
    Ringflur-Grundriss mit BegegnungszonenUmlaufender Flur verbindet Arbeits- und GemeinschaftsbereicheKurze Wege und gute OrientierungDer Flur kann zum Engpass werden
    Multi-Space-Grundriss mit ThemenzonenGestaltete Bereiche bieten verschiedene Funktionen und AtmosphärenStärkt Identität und bietet passende Umgebungen für TätigkeitenAufwendige Gestaltung und höhere Investitionen

    Dein Grundriss als bewusste Entscheidung

    Der passende Grundriss entsteht aus deinen Tätigkeiten, Teamgrößen und räumlichen Möglichkeiten. Wähle nicht zuerst ein Bild und suche anschließend nach einer passenden Arbeitsweise. Beginne mit der Frage, welche Aufgaben gleichzeitig stattfinden und welche Bedingungen die Menschen dafür benötigen.

    Ein wachsendes Produktteam kann in Team-Nachbarschaften gut aufgehoben sein, während bereichsübergreifende Projektarbeit eher von frei nutzbaren Tätigkeitszonen profitiert. Für vertrauliche oder dauerhaft konzentrierte Aufgaben bleiben geschlossene Räume wichtig. Hybrides Arbeiten wiederum kann geteilte Schreibtische ermöglichen, macht Rückzug und gemeinsame Teamflächen aber nicht überflüssig.

    Vom Tätigkeitsprofil zum belastbaren Entwurf

    Erfasse zunächst Anwesenheit, Gesprächsbedarf, konzentrierte Arbeitsphasen und die Nutzung vorhandener Besprechungsräume. Berücksichtige gemeinsame Präsenztage, Einarbeitung und absehbares Wachstum. Durchschnittswerte allein zeigen nicht, wann mehrere Teams dieselben Räume benötigen.

    Prüfe anschließend das Gebäude: Wo liegen Sanitär und Technik, welche Fassadenbereiche sind gut belichtet, und welche Wände lassen sich verändern? Lege diese Bedingungen über die gewünschte Nutzung. Ein technisch ungünstiger Raum wird nicht dadurch zum guten Besprechungszimmer, dass er auf dem Plan passend aussieht.

    • Fläche vergleichen: Unterscheide Arbeitsplatzfläche, gemeinsam genutzte Funktionen und den gesamten Mietflächenbedarf.
    • Mobiliar konkret einzeichnen: Berücksichtige Stühle in Nutzung, geöffnete Schränke, Türbewegungen und tatsächliche Laufwege.
    • Aufwand vollständig bewerten: Beziehe Akustik, Licht, Lüftung, technische Anschlüsse und den Umbau im laufenden Betrieb ein.

    Teste den favorisierten Entwurf als Pilotbereich, bevor du die gesamte Fläche umbaust. Beobachte, welche Plätze genutzt werden, wo Gespräche stören und welche Räume regelmäßig fehlen. Frage auch diejenigen, die bestimmte Angebote meiden, denn eine freie Zone ist nicht automatisch eine überflüssige Zone.

    Entscheidend ist die Anpassungsfähigkeit im Alltag. Mobile Möbel helfen nur, wenn Stromversorgung, Stauraum und Raumregeln einen Wechsel tatsächlich zulassen. Flexible Trennwände bringen wenig, wenn die Gebäudetechnik ausschließlich für die ursprüngliche Raumaufteilung ausgelegt ist.

    Schumm & Rösch entwickelt maßgeschneiderte Raumkonzepte auf Basis der Ziele des jeweiligen Unternehmens. Das interdisziplinäre Team verbindet dabei Architektur, Gestaltung, Handwerk und Projektmanagement. So lassen sich räumliche Entscheidungen gemeinsam mit ihrer baulichen Umsetzbarkeit betrachten.

    Halte abschließend fest, woran du den Erfolg erkennen willst: verfügbare Fokusplätze, funktionierende Teamtage, geeignete Gesprächsräume und nachvollziehbare Wege. Überprüfe diese Punkte nach dem Einzug erneut. Dein Grundriss muss nicht jede denkbare Zukunft vorwegnehmen, aber Veränderungen ermöglichen, ohne dass du jedes Mal von vorn beginnen musst.


    Schumm & Rösch unterstützt dich bei Flächenauswahl, Belegungsplanung, Akustik, Licht und herstellerunabhängiger Möbelauswahl bis hin zum Ausbau. Besuche Schumm & Rösch und starte mit deinem bestehenden Grundriss, deiner Teamstruktur und deinen Wachstumsplänen ein kostenloses, unverbindliches Projektgespräch.

    2026-10-31T08:13:22.957Z
    October 31, 2026