
Office design interior verständlich erklärt: Briefing, Zonen, Akustik, Licht und Möbel bis zur Übergabe, mit Richtwerten und Checkliste.
Du stehst im noch leeren Stockwerk, der Mietvertrag ist unterschrieben, und im Postfach liegt schon die erste Möbelliste mit Eiche, Lounge und offenen Flächen. Das Bild wirkt fertig. Es sagt dir nicht, wer dienstags wirklich da ist, wo Telefonate landen und welche Zone in zwei Jahren zu klein wird.
Genau daran hängt Office-Design-Interior-Planung: Eine Fläche ohne erkennbaren Grund, das Homeoffice zu verlassen, bleibt schwer zu füllen. Deshalb kommen vor Material und Möbeln die Belegungsdaten und die Prüfwerte, an denen du Akustik und Licht später misst. Erst Nutzung, dann Zonen, dann messbare Prüfpunkte.
Im Kickoff liegen drei Unterlagen auf dem Tisch: der Mietvertrag, die Zugangsdaten der letzten Wochen und ein Grundriss mit Wunschzonen. Daraus entsteht die Reihenfolge der Planung. Ein Team, das dienstags voll besetzt ist und freitags mit zwei Personen arbeitet, braucht keine feste Platzzahl für alle. Wer den Ausbau mit einem Katalog startet, legt Schall und Licht um Stühle herum und merkt den Fehler erst, wenn Beschwerden da sind und Wände schon stehen.
Der Ablauf hat sechs Stufen. Jede endet mit einem Ergebnis und einem Prüfwert, den du im Kickoff mit Geschäftsführung und Facility-Team abhakst.

| Phase | Ergebnis | Prüfwert |
|---|---|---|
| Briefing | Tätigkeiten, Teams und Anwesenheit erfasst | Anwesenheit über mehrere Wochen gemessen |
| Raumprogramm | Flächen je Zone in m² | Wachstumsreserve für kurz-, mittel- und langfristige Entwicklung |
| Zonierung und Akustik | Fokus-, Team-, Rückzugs- und Begegnungsbereiche | Nachhallzeit je Zone vor dem Einbau messen |
| Licht und Ergonomie | Simulation und Messung vor dem Einbau | Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz messen, Beinraum prüfen |
| Material und Möblierung | Konzept passend zur Unternehmenskultur | Matte Oberflächen gegen Spiegelungen, Möbel nach Tätigkeit |
| Umsetzung und Übergabe | Pilotbereich mit Nutzerfeedback | Performance-Check nach dem ersten Nutzungszyklus |
Die erste Zeile entscheidet über die Quadratmeter. Tätigkeiten und Anwesenheit kommen vor der Zonierung, weil daraus die Fläche je Zone entsteht, inklusive Reserve. Zonierung trennt Fokus, Team, Rückzug und Begegnung, bevor jemand eine Wandfarbe wählt. Matte Oberflächen stehen in der Tabelle, weil sie Spiegelungen an Bildschirmen dämpfen. Ein glänzender Tisch vor dem Fenster erzeugt genau die Blendung, die später mit Vorhängen, Folien oder teuren Leuchten korrigiert wird.
Planungsregel: Fehlt in einer Zeile das Ergebnis, startet die nächste Phase nicht.
Möbel kommen erst, wenn Beinraum und Beleuchtung als Werte festliegen. Licht und Akustik werden simuliert, bevor etwas eingebaut wird. Die Umsetzung beginnt im Pilotbereich, die Übergabe erst nach dem Performance-Check. Im Kickoff liest du die Tabelle Zeile für Zeile: Was liegt am Ende vor, und woran misst du es? So wird aus einer Stimmungsliste eine Projektcheckliste, die Facility und Geschäftsführung gemeinsam tragen.
Eine pauschale Desk-Sharing-Quote ist der falsche Start. Eine Fraunhofer-IAO-Untersuchung mit mehr als 2.400 Befragten zeigt Beschäftigte im Schnitt zu 52 % ihrer Arbeitszeit im Büro und zu 39 % im Homeoffice, und für deutsche Buchungsdaten von rund 30.000 Nutzenden ergibt sich in derselben Erhebung eine Schreibtischauslastung von 31 %, dienstags und mittwochs von rund 36 % und freitags von 19 %. Konzentrierte Einzelarbeit bleibt dabei die häufigste Tätigkeit. Wer aus diesen Zahlen „weniger Tische“ macht, plant am häufigsten Arbeitsmodus vorbei.
Die Woche hat zwei Laststufen, und die Platzanzahl richtet sich nach der höheren.
| Zeitraum | Auslastung | Planungsfolge |
|---|---|---|
| Durchschnitt | 31 % | Keine Flächenreduzierung allein aus diesem Wert ableiten |
| Dienstag | 36 % | Spitzenlast an Teamtagen einplanen |
| Mittwoch | 36 % | Spitzenlast an Teamtagen einplanen |
| Freitag | 19 % | Fokusplätze und Rückzugsräume gezielt nutzen |
Zwischen Dienstag und Freitag liegt fast der doppelte Bedarf. Plane die Arbeitsplätze für den Dienstag und gib der Fläche am Freitag eine andere Aufgabe: Fokusplätze, Rückzugsräume, Plätze für vertrauliche Gespräche. Ein Büro, das an allen Tagen gleich aussieht, ist an keinem Tag richtig.
Der Markt zwingt zu dieser Genauigkeit. Die Leerstandsquote auf dem deutschen Büromarkt ist zuletzt deutlich gestiegen, damit wächst der Druck, jede gemietete Fläche zu begründen. Die Fläche trägt Besprechung, Projektzonen, informelle Orte und geschützten Rückzug, sonst bleibt sie gegen das Homeoffice austauschbar.
So leitest du das Raumprogramm ab.
Ein Team, dessen Tische im Schnitt zu 31 % belegt sind, hat an den beiden starken Tagen zu wenige Fokusplätze und keinen Raum für vertrauliche Gespräche, während freitags die Fläche leer wirkt. Kürzt du auf den Durchschnitt, wird die Arbeit an den Spitzentagen schlechter, obwohl die Monatsstatistik „Luft“ zeigt. Wie du die Rohdaten in einen Belegungsplan übersetzt, entscheidet diese Rechnung.
Prüfwert: Erst wenn die Auslastung an den stärksten Wochentagen gemessen ist, steht die Zahl der Arbeitsplätze fest.
Riese & Müller kam für ein weiteres Projekt zu Schumm & Rösch zurück, weil das Gebäude in Mühltal, bezogen 2018, durch starkes Wachstum zu klein geworden war. Solche Sprünge fängt nur die Reserve ab. Bevorzuge deshalb reversible Entscheidungen: mobile Trennwände, verschiebbare Möbel und modulare Zonen lassen die Fläche mit wechselnden Anwesenheitsquoten mitwachsen, ohne dass du den Ausbau nach einem Jahr aufreißt.
Akustik entscheidet, ob eine Zone benutzbar ist, lange bevor die Farbe wirkt. Die BAuA bewertet in einem Scoping Review akustische Faktoren als den stärksten Einfluss auf den wahrgenommenen Innenraumkomfort, gefolgt von Raumtemperatur und Beleuchtungsstärke. In Mehrpersonenbüros gelten die Vorgaben der ASR A3.7, für Messung und Planung die Logik nach DIN EN ISO 3382-3 und VDI 2569.
Die Zonen kommen aus dem Raumprogramm, nicht aus einem Möbelraster. Jeder Zone ordnest du eine Tätigkeit und einen Lärmanspruch zu, danach ein Gestaltungsmittel, das zum Anspruch passt.

| Zone | Typische Tätigkeit | Akustischer Anspruch | Gestaltungsmittel |
|---|---|---|---|
| Fokusplatz | Konzentrierte Einzelarbeit | Hintergrundgeräusche möglichst unter 50 dB(A) | Abschirmung, Trennwand, Teppich |
| Telefon- und Videoraum | Sprachabhängige Gespräche | Keine störende Hintergrundsprache | Schallschutztür, Absorber an Decke und Wand |
| Besprechungsraum | Abstimmung im Team | Nachhallzeit 0,5 bis 0,8 s | Absorption, mobile Raumteiler |
| Kollaborationsfläche | Projektarbeit mit Austausch | Schalldruckpegel etwa 55 bis 70 dB(A) | Mobile Möbel, offene Zonen |
| Rückzugsraum | Erholung und vertrauliche Gespräche | Keine störende Hintergrundsprache | Akustisch geschlossene Kabine |
| Begegnungszone | Informeller Austausch | Lautere Umgebung tolerierbar, Rückzugsraum in Reichweite | Küche, Lounge, Pantry |
Die DGUV zur Schreibtischarbeit nennt für die Büroakustik einen Schalldruckpegel von etwa 55 bis 70 dB(A) und eine Nachhallzeit von 0,5 bis 0,8 Sekunden. Der leisere Anspruch am Fokusplatz gilt für Verkehrslärm, der kaum noch stören soll. Sprachzonen brauchen etwas anderes, nämlich keine mithörbare Hintergrundsprache. Ein Teppich dämpft Schritte. Er ersetzt keine Tür, wenn nebenan ein Videocall läuft.
Nimm ein Büro mit 60 Beschäftigten und einem offenen Feld ohne Rückzugsraum und ohne Telefonkabine. Am ersten Teamtag wandern Gespräche über die Tische, Fokusarbeit bricht ab, und die Beschwerden kommen, bevor die Pflanzen angekommen sind. Prüfe die Zonen deshalb im Grundriss oder im Modell, nicht erst nach dem Einzug. Wie du Absorption, Abschirmung und Kabinen zusammenbringst, steht ausführlicher bei der Akustik im Büro.
In der Konzeptphase entwickelt Schumm & Rösch Büro- und Arbeitskonzepte vom Brainstorming bis zur Umsetzung, einschließlich Belegungsplanung, Farb- und Materialkonzept, Akustikkonzept, Lichtkonzept, 3D-Visualisierungen und Gestaltungsbegleitung. Drei Fehler kosten später Geld. Offene Arbeitsplätze ohne Rückzugsoption. Dekorative Akustikelemente ohne raumakustisches Gesamtkonzept. Und Licht, Klima und Schall, die drei getrennte Planer nacheinander „ergänzen“, statt sie gemeinsam zu simulieren.
Ein Raum kann im Rendering hell wirken und am Arbeitsplatz trotzdem zu dunkel sein. Lichtplanung beginnt mit Messwerten und endet mit einer Leuchtenauswahl, die diese Werte hält. Für Bildschirmarbeit nennt die ASR A3.4 der BAuA Mindestwerte für Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit; die Tabelle unten hält sie als Prüfgrößen fest. Direkt- und Reflexblendung sowie störende Spiegelungen bleiben außen vor. Bildschirme stehen parallel zur Fensterfront, Oberflächen sind matt, die Leuchtdichte im Raum verteilt sich gleichmäßig.
Die Prüfreihenfolge für Licht, Klima und Ergonomie fasst diese Grafik zusammen.

| Prüfgröße | Richtwert |
|---|---|
| Beleuchtungsstärke | mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz |
| Gleichmäßigkeit | Arbeitsplatzbereich mindestens das 0,6-Fache der mittleren Beleuchtungsstärke |
| Blendung | Direkt- und Reflexblendung vermeiden |
| Lufttemperatur | 20 bis 26 °C, optimal 21 bis 22 °C |
| Zugluft | vermeiden |
| Verkehrslärm | möglichst unter 50 dB(A) |
| Beinraum | mindestens 85 cm breit, besser 120 cm oder mehr |
| Bildschirm | oberste Zeile höchstens auf Augenhöhe |
| Bewegungsflächen | nicht zu knapp bemessen, am Musterplatz vor dem Einbau prüfen |
Beim Klima leitet ein BAuA-Bericht zum Innenraumkomfort einen Komfortbereich ab, in dem Temperatur, Luftbewegung und Verkehrslärm die Konzentration nicht kippen lassen. Für geschlossene Räume gilt nach der BAuA zum ortsflexiblen Arbeiten ein Temperaturkorridor mit klarer Obergrenze; Zugluft fällt als Störgröße heraus. Reicht die Gebäudeanlage nicht, lohnt ein früher Blick auf die Technik. Der Beitrag Schritt für Schritt zur eigenen Klimaanlage zeigt, worauf es beim Einbau ankommt, bevor du die Decke schließt. Eine Nachrüstung nach geschlossener Decke kostet mehr, als früh über Zuluft, Kühllast und Auslässe zu sprechen.
Ergonomie entscheidet sich am Musterplatz. Miss den Beinraum mit dem Stuhl, der dort tatsächlich stehen soll, und prüfe die oberste Bildschirmzeile an der realen Tischhöhe. Bewegungsflächen planst du mit; sonst landet der ergonomische Stuhl in einer Nische, in der er nicht drehbar ist. Identische Plätze für sehr unterschiedliche Körpergrößen sind ein klassischer Fehlkauf. Ein höhenverstellbarer Tisch löst nur einen Teil, weil Beinraum und Monitorabstand davon unberührt bleiben.
So prüfst du, bevor etwas bestellt wird.
Verfehlt ein Wert die Grenze, korrigierst du Leuchte, Auslass, Trennwand oder Tischmaß vor dem Einkauf. Nachrüstungen an Licht und Akustik werden teuer, sobald Decken geschlossen und Möbel gestellt sind. Die Prüfwerte gehören deshalb in die Planung, nicht in die Mängelliste nach dem Einzug.
Zufriedenheit ist nicht dasselbe wie Identifikation. In der Forsa-Studienreihe zur Qualität von Büroarbeitsplätzen, vier Befragungen mit jeweils rund 1.000 Beschäftigten im Bürobereich, waren 56 % mit ihrem Arbeitsplatz vollständig zufrieden und weitere 35 % weitgehend zufrieden; 64 % sahen Verbesserungsbedarf bei der optischen Gestaltung, 57 % bei der Gesundheitsförderung und 54 % bei der Übereinstimmung der Einrichtung mit dem Stil des Unternehmens; 91 % bewerteten den Platz grundsätzlich positiv. Die Detailwerte zeigen die Lücke zwischen „geht so“ und einer Umgebung, die zum Unternehmen gehört.
Dieselbe Forsa-Studienreihe zeigt die Raumform: 58 % arbeiteten in einem Einzel- oder Zweierbüro, 73 % bevorzugten diese Form. Dichte allein organisiert keine Fläche. Differenzierte Zonen für Konzentration, Austausch, Rückzug und Zusammenarbeit tun das.
Schumm & Rösch entwickelt maßgeschneiderte Raumkonzepte aus den Zielen des jeweiligen Unternehmens. Farbe, die nur als Wandanstrich daherkommt, verliert die Wirkung, sobald Trennwände, Teppich und Stauraum eine andere Geschichte erzählen. Ein Startup, das die Markenfarbe ausschließlich auf zwei Wände streicht, sieht im Rendering nach sich selbst aus und im Alltag nach einem neutralen Ausbau. Die Identität verteilt sich auf Zonen, Materialien und Möbel. Bevor du Oberflächen und Stühle ausschreibst, legst du je Zone die Prüfwerte fest: Beinraum, Blendung, Schall und Reinigungsaufwand. Material und Möbel folgen den Zonen aus der Belegungsplanung, nicht dem Katalog.
So gehst du vor.
Wie Marke und Raum zusammenkommen, vertieft der Beitrag zum Corporate-Identity-Design.
Typische Fehlentscheidungen siehst du an vier Materialien. Farbe wird als Logo-Zitat auf jede Fläche gelegt, bis Orientierung und Ruhe verschwinden. Holz wird vollflächig hochglänzend gewählt und spiegelt Leuchten in den Bildschirm. Glas trennt Räume optisch. Akustisch braucht es zusätzliche Dämmung, sonst werden vertrauliche Gespräche zum Mithörstück. Stoff wird als „weich und kulturell“ bestellt, ohne zu prüfen, ob er Schall schluckt oder nur Pflegekosten produziert. Was zur Kultur passt und den Prüfwert hält, bleibt. Was nur auf dem Foto arbeitet, fliegt raus.
Der Musterbereich ist die günstigste Stelle, an der ein Plan noch scheitern darf. Ein Mock-up mit Sitzprobe und Messung zeigt zu knappe Bewegungsflächen und identische Arbeitsplätze für unterschiedliche Körpergrößen, bevor der Rest des Stocks bestellt wird. Drei Personen setzen sich an den Musterplatz, eine davon deutlich größer, eine kleiner als der Durchschnitt. Passt der Beinraum nicht, ist der Tisch falsch, nicht die Person.
Der zeitliche Ablauf von Mock-up bis Kontrolle sieht so aus.

Der Weg nach dem Muster ist eine feste Folge, keine lose Baustellenliste.
Schumm & Rösch koordiniert Planung und Bau mit abgestimmtem Innenausbau und festen Ansprechpersonen. In der Bauphase werden Räume gestaltet und gebaut, einschließlich Erweiterung und Umbau bestehender Flächen. Genau diese eine Ansprechperson hält die Gewerke zusammen, wenn während des Ausbaus eine Zone wächst oder ein Rückzugsraum dazukommt. Ohne sie bestellt der Ausbau eine Decke, die der Akustikplan schon ausgeschlossen hat.
Stell dir den Check an einem konkreten Signal vor. Die Telefon- und Videonutzung im offenen Bereich steigt, die Beschwerden über Mithören auch. Dann fehlt wahrscheinlich eine Kabine, nicht ein weiteres Sofa. Belegung, die dienstags über der Simulation liegt, heißt Reserve ziehen oder Teamtage staffeln. Störgeräusche an einer Stelle heißen Nachmessen, nicht „die Leute sind laut“.
Vor der Vertragsunterschrift unterschreibst du den Abnahmeplan mit den Messgrößen. Ohne diese Unterschrift bleibt die Übergabe eine Besichtigung.
Mit dem Plan bleiben Übergabe und späterer Performance-Check vergleichbar. Du weißt, welcher Wert gilt, wer misst und was eine Abweichung auslöst. Alles andere ist Geschmack, und Geschmack lässt sich nach dem Einzug schlecht nachverhandeln.
Schumm & Rösch plant und baut Arbeitswelten von der Belegung bis zum schlüsselfertigen Ausbau, inklusive Akustik, Licht, Material und Möbelberatung, herstellerunabhängig und auf dein Wachstum ausgelegt. Wenn du die Fläche aus der realen Nutzung ableiten willst, statt aus einem Katalog, sprich das Team in Wiesbaden an. Den Einstieg findest du bei Schumm & Rösch.